Könnten Sie das tanzen ? …

Hommage an die Eurythmie 1

 


Hommage an die Eurythmie 

ein Projekt von Ruth Bamberg, Medienkünstlerin

und Vera Koppehel, Eurythmistin

Vera Koppehel fragte mich vor gut 3 Jahren, die Videomitschnitte ihrer Eurythmieaufführungen anzuschauen und zu beurteilen ob diese repräsentativ ihre Arbeit widerspiegeln. Gemeinsam fanden wir heraus, dass der Mitschnitt einer Aufführungen einige Schwierigkeiten aufwirft, die dem Medium Video geschuldet sind. Zwar arbeiten sowohl Eurythmie als auch Filmkunst mit den Parametern: Licht - Bewegung - Rythmus - Zeit -  Sprache - Klang und Bild/Erscheinung, der Umgang aber mit diesen Parametern zeitigt völlig verschiedene Ergebnisse, die das jeweilige Medium voraussetzt. Der wesentliche Unterschied liegt darin, das Eurythmie mit nicht sichtbaren Kräften arbeitet, die mittels der menschliche Aura erfahrbar werden, während das apparative Bild nichts abbilden kann, was unsichtbar ist und daher jede Aura gänzlich verschluckt wird.


Im Film werden zumeist mit den Mitteln des Theaters und Formen der Literatur, Bilder geschaffen, die einzig die Aufgabe haben die Erzählung zu illustrieren. Das gilt auch für den Dokumentarfilm. Ganz literarisch wird am Anfang ein Thema eingeleitet, in der Mitte durch zahlreiche Beispiele und Argumente die Eingangsthese ausgearbeitet und mündet zum Schluss in eine Botschaft. Die Filmkunst kann aber auch ein Bild zeichnen, dass zwar linear in der Zeit verläuft aber nicht an Linearität gebunden ist. Zeitsprünge, Auslassungen, Asynchronitäten u.a. sind Mittel ein Bild im Zeitverlauf zu komponieren, dass die Empfindungsebene des Betrachters erreichen kann.


Aus der Frage wurde ein gemeinsamer Entschluss: einen Film zu machen.  Es brauchte also ein ganz eigenständiges Filmkonzept, das die Eurythmie zum Motiv hat. Dabei sollte Eurythmie so aufgenommen und abgebildet werden, dass der Zuschauer eine Empfindung zu ihr bekommen kann, weshalb sie keinesfalls 1:1 aufgezeichnet werden sollte. So entschieden wir uns zu einer künstlerischen Dokumentation. Die sichtbar machen will, was eigentlich unsichtbar ist: Die Idee der Eurythmie.


Im Februar 2008 begangen wir unsere Recherchen. Mit der Kamera verfolgten wir, wohin die Eurythmie uns führte: Zusammen mit Gia van Akker, Bettina Grube, Alexander Seeger und Melaine McDonald begaben wir uns in eurythmische Arbeitsprozesse; sind gereist nach Italien zu einem Masterkurs für Eurythmisten, zur Eurythmie Academie Den Haag, nach Wien ins OFF Theater und nach Alfter zur Alanus Hochschule; haben Aufführungen in Dornach, Bad Boll, Den Haag und Köln besucht. Wir liessen uns von unseren Fragen und denen die im Prozess entstanden sind leiten. Dabei haben wir in vielen Gesprächen Eindrücke, Inspirationen und eben Film/Ton Material gesammelt. Unsere Recherche ergab weiterführende Erkenntnisse:


  1. Es gibt ein deutliches Interesse an einer aktuellen, umfassenden und „schönen“ Darstellung der Eurythmie im Kontext gegenwärtiger Arbeit von Eurythmisten und Institutionen.

  2. Ebenfalls an einer Darstellung zeitgenössischer Eurythmie, die verschiedene Medien umfasst, auf die man z.B. Eltern, Studierende und Lehrer hinweisen kann. Die sich für Ausstellungen, Veranstaltungen oder für Bibliotheken eignen.

  3. Des weiteren erscheint eine Darstellung der Eurythmie angemessen, die nicht den methodischen oder den rein illustrativen Ansatz fokussiert sondern eine eigenständige, freilassende Form des Darzustellenden findet.


So haben wir haben für den weiteren Fortgang eine 3 Teile umfassende Produktionsstruktur entwickelt:


  1. Hommage an die Eurythmie - eine Videostudie.


  1. Hommage an die Eurythmie - eine Buchpublikation.

  2. Hommage an die Eurythmie - DVD-Produktion. Buchbegleitend.

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